SOS-System für souveräne ModerationenPraxisworkshop beleuchtet viele Aspekte des Berufs

Vor Publikum stehen, sich gewählt ausdrücken, nie aus der Ruhe kommen und immer einen klaren Kopf bewahren – all das sind Dinge, die ein guter Moderator beherrschen sollte, doch das ist gar nicht so einfach. Aus diesem Grund haben sich 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des JugendMedienEvents dazu entschlossen, beim Moderationsworkshop unter der Leitung von Michael Ohnesorge die Grundlagen der Moderation zu erlernen und vor allen Dingen erste Praxiserfahrung zu sammeln.

Ohnesorge erteilte den Workshop unter anderem im Namen des Vereins zur Förderung politischen Handelns (vfh), der mit seinen Mitgliedern dafür sorgen möchte, junge Menschen zu politischem Engagement motivieren, sich politisch zu engagieren. Der ganztägige Workshop fand am Kölner Standort der Hochschule Macromedia statt und forderte die Teilnehmer mit vielen Praxisaufgaben. Genau das erhofften sich die Teilnehmer des Workshops auch am Morgen, als sie ihre Erwartungen für den kommenden Tag formulieren sollten.

Das Training der Atmung, ein höheren Selbstbewusstsein und die Bekämpfung der Nervosität beim Sprechen vor Publikum – all diese Punkte wurden im Laufe des Seminars besprochen und bearbeitet. Um die Aufregung zu lindern und das Eis zu brechen, startete der Workshop mit einer Anmoderation. Gesucht werden sollte ein eher unbekannter Partner, der nach kurzer Vorbereitung vorgestellt werden sollte, wie es beispielsweise auch in TV-Shows auch oft der Fall ist. Manch einer der Teilnehmer möchte Mediengestalter werden, manch einer Pharmazie studieren, schlussendlich war es ganz egal wie unterschiedlich die Zukunftspläne der jungen Menschen aussahen – Sprechen vor Publikum kann in vielen Lebenssituationen notwendig sein.

Ein Moderator hat verschiedene Tätigkeitsfelder: Als Vermittler, Rundfunksprecher, TV-Moderator, Sitzungs- und Diskussionsleiter oder auch als Trainer und Lehrer. Aus diesem Grund ist der Beruf eines Moderators auch kein geschützter Beruf, bei welchem gewisse Lizenzen und eine Ausbildung benötigt werden. In einer ganz unkonventionellen Herangehensweise wurde sich im Workshop nicht die Frage gestellt, wie eine Moderation besonders gut funktioniert, sondern überlegt, was man tun kann, um eine Moderation ganz besonders in die Hose gehen zu lassen. Dafür sollte ein Moderator parteiisch sein, unsachlich, beleidigend, stottern, langatmig, unflexibel und unaufmerksam sein und vor allem unangemessene Kleidung tragen.

Als Beispiel wurde ein Zusammenschnitt von Moderationen Thomas Gottschalks in einem Youtube-Video „Moderieren für Vollprofis“ herangezogen. Gottschalk ist der lebende Beweis dafür, dass einem Moderator mit nötigem Witz und Euphorie viel verziehen werden kann und es nicht nur einen „richtigen“ Weg zum erfolgreichen Moderator gibt.

Zur Bekämpfung der oft auftretenden und gefürchteten Nervosität vor einer Moderation, riet der Referent den Teilnehmern dazu, das „SOS-System“ zu befolgen. „Schnaufen, Ortswechsel, Schauen.“ Das soll dabei helfen, eine durch Aufregung ausgelöste Blockade zu lösen und eine Moderation trotz Anspannung einen Erfolg werden zu lassen.

Lennart Bar
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